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Mo, 17:17 Uhr
16.04.2018
NABU freut sich über neue Wolfsmeldung

Für ein Leben mit dem Wolf

Pünktlich zur Anhörung des Ausschusses für Umwelt, Energie und Naturschutz des Thüringer Landtags zum Thema Wolf am 18. April 2018 wurde ein aktueller Wolfnachweis bei Breitenhain im Saale-Orla-Kreis erbracht...


„Wir freuen sehr über den neuen Nachweis. Thüringen ist offenbar für zuwandernde Wölfe aus den Nachbarbundesländern attraktiv. Wir müssen uns darauf einstellen, dass zukünftig mehr Wölfe im Freistaat zu Hause sein werden.“, sagt Silvester Tamás, der Sprecher der Landesarbeitsgruppe Wolf beim NABU Thüringen.

Die Bilder von einem abgelichteten Wolf vom Morgen des 13. April 2018 bei Breitenhain müssen noch mit den Ortsangaben abgeglichen werden. Fest steht, dass es sich eindeutig um einen Wolf handelt. Dies bestätigt Gesa Kluth vom LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und -forschung in Deutschland.

Der NABU erinnert die Weidetierhalter in Thüringen eindringlich, ihren Herdenschutz möglichst zügig auszubauen. Eine Zuwanderung weiterer Wölfe aus den Nachbarbundesländern nach Thüringen kann jederzeit erfolgen. Neben der Optimierung der Weidezäune rät der NABU auch zum Einsatz von Herdenschutzhunden, vor allem dort, wo Wölfe sesshaft werden.

Das Land unterstützt diese Herdenschutzmaßnahmen mit Fördergeldern, welche über die Förderrichtlinie WOLF im sogenannten Wolfsgebiet beantragt werden können. „Darüber hinaus muss der Freistaat dringend die Erweiterung der derzeitigen Grenzen des förderfähigen Wolfsgebietes mittelfristig auf ganz Thüringen vorbereiten. Nur so kommen die Fördermittel noch rechtzeitig vor möglichen Übergriffen bei den Betroffenen an“, fordert Martin Schmidt, der Landesvorsitzende des NABU Thüringen.

Den Forderungen des Deutschen Jagdverbandes den Wolf ins Bundesjagdgesetz aufzunehmen, erteilt der NABU eine klare Absage: Es braucht vielmehr bundeseinheitliche Regelungen im Umgang mit dem Wolf, im Sinne eines naturschutzfachlichen Wildtiermanagements auf Grundlage des Bundesnaturschutzgesetzes. Von Politikern und Jägern in diesem Zusammenhang verwendete Begrifflichkeiten wie „Schutzjagd“, „Regulierung“ und „Bewirtschaftung“ des Wolfes werden von den Naturschützern als befremdliche Euphemismen aufgenommen.

Letztendlich zeugen diese Formulierungen von Unsachlichkeit und Unkenntnis im Umgang mit den realen Herausforderungen im Herdenschutz. Sie verdecken das eigentliche Problem: Die Jagd auf Wölfe kann keinen Herdenschutz ersetzen! „Nachhaltige Unterstützung für Weidetierhalter braucht sachorientierte Lösungen für die Betroffenen und keinen stumpfen Aktionismus mittels Blei und Schrot. Die Thüringer Förderrichtlinie WOLF und die geplante Schaf-Ziegen-Prämie, mit der Schäfer zukünftig 25 Euro pro Muttertier und Jahr erhalten sollen, leisten einen echten substantiellen Beitrag zur Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der Schäfer. Wenn sich Artenschutz und Weidetierhaltung auch in Zukunft weiterhin positiv entwickeln sollen, dann braucht es in einem Wolfsland wie Thüringen konstruktive Lösungen, die gleichermaßen dem Naturschutz und den Schäfern dienen. Die Jagd auf streng geschützte Arten wie dem Wolf ist jedenfalls keine Lösung“, erklärt Martin Schmidt.
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