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Di, 09:29 Uhr
09.01.2018
IG Metall Warnstreiks bei NORMA

Auf in den Arbeitskampf

Mit der Arbeitsniederlegung bei der NORMA Germany in Gerbershausen ist die IG Metall Nordhausen am 8.1.18 um 21:45 Uhr in die erste Warnstreikwelle der Tarifbewegung 2018 der Metall- und Elektroindustrie Thüringens eingestiegen. Am Warnstreik beteiligten sich die Beschäftigten aus der Spät- und Nachtschicht fast ausnahmslos, so dass die Produktion zum Erliegen kam...

Bernd Spitzbarth, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Nordhausen, begründete noch einmal die Forderungen der IG Metall und ging dann auf den aktuellen Verhandlungsstand Thüringen ein. „Dass die Arbeitgeber mit einer Unterschrift um die Ecke kommen, war nicht zu erwarten. Noch in der ersten Verhandlungsrunde rechnete Herr Kaeser, Verhandlungsführer der Thüringer Arbeitgeber, uns vor, wo die Kostenneutralität liege. Demnach zwischen 3% und 3,5%. Auf dem Tisch wurden eine Einmalzahlung von 200 Euro sowie eine Erhöhung der Entgelte um 2% gelegt. Das Ganze billigen die Arbeitgeber den Beschäftigten aber nur zu, wenn es bei der Arbeitszeitflexibilisierung Gegenleistungen gäbe.

Im Klartext bedeutet das nichts Anderes als eine Arbeitszeitverlängerung nach Belieben der Arbeitgeber. Zeitsouveränität für die Beschäftigten, für die Pflege von Angehörigen und Kinderbetreuung: Fehlanzeige! Das war wie ein Schlag ins Gesicht der Arbeitnehmer*innen, die den Erfolg der letzten Jahre mit ihrer Arbeit erwirtschaftet haben. Wer gesellschaftlich verantwortungsvoll agieren will, der darf nicht provozieren. Wenn gute Lösungen erst den Kampf benötigen, dann werden wir uns stellen, sagte Spitzbarth unter Beifall der Kollegen*innen in Gerbershausen und Maintal. Der Norma-Standort in Maintal befand sich ebenfalls im Warnstreik und war per Videokonferenz zugeschaltet.

Swen Niekler, Vertrauensmann der IG Metall bei der NORMA sagte während der Kundgebung: „Hinter und vor uns liegen bei der NORMA erfolgreiche Jahre. Diese Erfolge sind nicht vom Himmel gefallen, es sind die Erfolge der Beschäftigten. Das Angebot sollte man besser eine Kampfansage nennen.

Dass die Arbeitgeber bei unserer Forderung nach einem tariflichen Anspruch auf einer verkürzten Vollzeit mauern, dass sie den Beschäftigten nicht den tariflichen Anspruch auf vorübergehende Arbeitszeitverkürzung bei Pflege und Kinderbetreuung mit einen Teillohnausgleich gewähren wollen, sind Verhaltensweisen, die in einer modernen, lebendigen Welt nichts zu suchen haben. Wir sind qualitativ und produktiv in der Spitzenklasse, an Flexibilität haben wir es nie missen lassen. Jetzt müssen die Arbeitgeber ihre Flexibilität bei den Belangen der Beschäftigten zeigen. Dazu gehört auch, die Angleichung der wöchentlichen Arbeitszeit nun endlich zu vollziehen. Wer hier mauert, der mauert sich selbst ein. Und das will doch keiner mehr., so Niekler abschließend“.
Alexander Scharff,
Geschäftsführer IG Metall Nordhausen
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